Kondensmilch, einfach selber machen – Basic – Rezept

Ich sehe immer mehr Rezepte, in denen Kondensmilch oder sogar gezuckerte Kondensmilch als allgemeine Zutat verwendet wird. Und erst einmal muss ich sagen, dass ich ziemlich skeptisch war, weil ich Kondensmilch eher so als künstliche Kaffeemilch wahrgenommen habe und weil ich auch nicht wusste, warum man ausgerechnet Kondensmilch in Kuchen, Torten oder Gebäck verwendet.
Wie ich mittlerweile mitbekommen habe, machen es viele wegen dem Geschmack, aber auch oft als Alternative zu Sahne oder anderen kalorienreichen Zutaten.

Da ich persönlich aber so gar kein Freund von irgendwelchen Pulvern oder Zusätzen bin und ich auch Kondensmilch, wegen meiner Laktose-Intoleranz eher nicht nehmen möchte, musste ich mir etwas anderes überlegen, um das ein oder andere Rezept doch mal ausprobieren zu können.

Und da habe ich mir überlegt,

Was ist eigentlich Kondensmilch?

Im Prinzip ist Kondensmilch ja eigentlich nur Milch. Und zwar eingekochte Milch. Der Milch wird quasi solange Wasser entzogen, bis sich die Konsistenz verändert. Die Milch wird dadurch haltbarer, aber auch von der Konsistenz dicker und vielleicht sogar aromatischer.
Allerdings werden in nicht wenigen Kondensmilch-Dosen oder -Packungen kaum mehr nur Milch eingekocht, sondern meistens besteht die Kondensmilch auch noch aus Extra-Fett und Milchtrockenmasse und oft ist die Kondensmilch auch bereits gezuckert. So habe ich schon gesehen, dass es Kondensmilch gibt, die sogar mehr kcal aufweisen als z.B. Sahne.
Aber Kalorien sollte man natürlich immer etwas relativ sehen.

Milch wird also Wasser entzogen, so dass man dann von Kondensmilch spricht.
Es würde jetzt wahrscheinlich super lange dauern, wenn man die Milch nur auf ihrem Siedepunkt hält, also so auf 80 bis 85 Grad. Es wäre auch wahrscheinlich nicht wirklich möglich, eine höhere Temperatur in einem normalen Topf zu erreichen, da die Milch ja bei höheren Temperaturen überkochen würde. Und es wäre wahrscheinlich auch möglich, dass die Milch bei langer Kochzeit sogar anbrennen könnte.
Also, ist es vielleicht gar nicht so leicht, zuhause Kondensmilch herzustellen.

Um das zu vermeiden, wäre es vielleicht ja gut, wenn man der Kondensmilch anders das Wasser entzieht oder es vielleicht bindet.
Und binden ist hier ein super Stichwort. Wenn ich das Wasser nicht entziehen kann, kann ich es ja binden. Und zum Binden gibt’s ja verdammt viele Dinge:
Mehl, Mais- oder Kartoffelstärke bzw. Speise-Stärke, Ei, Soßenbinder, Sahnesteif, Agar, Gelatine oder auch Sago. Und wahrscheinlich noch ein paar Sachen mehr.
Wenn man also das Wasser aus der Milch bindet, verhält sich die Milch ja eigentlich genauso als wenn man die Milch einkochen würde. Es geht nur deutlich schneller, was allerdings auch bedeutet, dass die Milch nicht konzentrierter wird, weil sie ja letztendlich doch nicht eingekocht wird.

Ich habe am Wochenende den Oreo-Cheesecake von Äna vom Kanal … ausprobiert und auch bei Ihrem Kuchen benötigte man Kondensmilch. Und zwar gezuckerte Kondensmilch.
Und das war eine super Gelegenheit mal eine laktosefreie Kondensmilch selber zu machen.

Die normale Kondensmilch ist die Grundlage für alle Varianten die ich Euch jetzt zeigen werde.

Für 250ml Kondensmilch benötigt Ihr:

250ml Milch
1 TL Stärke
1/4 TL Natron oder 1/2 TL Backpulver
Für die gezuckerte oder karamellisierte Variante benötigt Ihr dann noch:
30-40 Gramm Zucker

Ihr nehmt Euch eine kleine Schüssel und gibt darin einen Schlug (so 50ml) von der Milch hinein. Dazu gebt ihr noch die Stärke und das Natron bzw. das Backpulver und dann rührt Ihr die Zutaten einfach solange um, bis sich alles vermischt hat.
Möchtet Ihr gezuckerte Kondensmilch, so benötigt Ihr zusätzlich zu den Zutaten noch 30-40 Gramm Zucker, die Ihr dann einfach in die Schüssel mit einrühren könnt.
Möchtet Ihr karamellisierte Kondensmilch, so benötigt Ihr die gleichen Zutaten wie bei der gezuckerten Variante, nur mit dem Unterschied, dass Ihr den Zucker nicht in die Schüssel gebt, sondern dass er einfach parat steht.

Dann nehmt Ihr Euch einen Topf und erhitzt ihn.
Für die normale und gezuckerte Variante kommt jetzt die Milch in den Topf, die Ihr dann einmal kurz aufkocht. Kocht die Milch, schaltet Ihr den Herd aus, gebt Ihr die Zutaten aus der Schüssel hinzu und rührt einfach 1 Minute um.
Und fertig ist die Kondensmilch.

Die karamellisierte Variante funktioniert fast genauso, nur mit 2 kleinen Unterschieden.
Am Anfang gibt Ihr erst den Zucker in den Topf, den Ihr dann anbräunen müsst. Am Anfang passiert erst nichts, aber sobald der Zucker flüssig wird, wird er auch recht schnell braun. Wenn der Zucker braun ist, nehmt Ihr den Topf kurz vom Herd, wartet ein paar Sekunden und gebt dann vorsichtig die Milch hinzu. Dann könnt Ihr den Topf wieder auf den Herd stellen und nochmal kurz aufkochen lassen. Kocht die Milch, schaltet Ihr den Herd aus, gebt Ihr die Zutaten aus der Schüssel hinzu und rührt einfach 1 Minute um.

Ihr könnt die Kondensmilch übrigens auch noch mit frischer Vanille verfeinern, indem Ihr die Milch einfach mit dem Mark und der aufgeschnittenen Vanilleschote aufkocht.

Ich habe zum Testen einfach mal meinen Kaffee mit der Kondensmilch probiert und ich fand sie lecker. Allerdings muss ich an dieser Stelle vielleicht nochmal sagen, dass ich eine Laktose-Intoleranz habe und ich nicht weiß, wie Kondensmilch schmeckt.
Eins kann ich aber sagen. Dass diese selbstgemachte, Laktosefreie Kondensmilch sowohl im Kaffee geschmeckt hat, als auch auf Änas Oreo-Cheesecake und deswegen würde ich sagen, dass ich diese Kondensmilch zum Backen durchaus immer wieder verwenden würde.

Schreibt mir in den Kommentaren doch mal, ob Euch diese Variante nutzlich sein könnte. Habt Ihr auch eine Laktose-Intoleranz? Wofür würdet Ihr diese Kodensmilch verwenden?

Das Schöne an dieser Kodensmilch ist einfach, dass Sie Laktosefrei sein kann und das man Sie auch noch gut anpassen kann. Man könnte sie flüssiger und dicker werden lassen, indem man weniger oder mehr Stärke bzw- Flüssigkeit verwendet und man könnte auch andere Flüssigkeiten zugeben, die den Geschmack nochmal verändern könnten. Zum Beispiel Sahne. 🙂

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Kondensmilch, einfach selber machen – Basic – Rezept

Zuletzt geändert: 10. Oktober 2017 um 11:45 Uhr von Pascal
Autor: Pascal
Pascal
Update: 24. März 201611:45
Artikel-Title: Kondensmilch, einfach selber machen – Basic – Rezept

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Pascal Doden ist Gründer des Projekts bzw. der Internetseite / des (V-)Blogs senfdazu.net.
Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Allerlei Themen wie Computer, Internet (u.A. darunter Themen wie Medien, Recht, Open Source, Web-Anwendungen, Homepage, Sozial Marketing), Engagement, Ehrenamt (Vereinsmanagement) und einiges mehr.
Eine weitere Leidenschaft ist das kochen. Für ihn ist es wichtig, mit möglichst frischen Zutaten und wenig Aufwand, möglichst viel zu erreichen. Dabei setzt er jedoch nicht immer unbedingt auf die Ästhetik der Gerichte.

Sein Anspruch - Gutes muss nicht immer komplex, perfekt und teuer sein. Manchmal ist zu viel, zu viel und manchmal auch zu wenig, zu wenig. Es kommt halt immer individuell drauf an.

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