KeePass – Eine Kennwortverwaltung zum generieren und verwalten von Passwörtern

Mittlerweile ist es ja bekannt, dass man seine Passwörter mit Bedacht wählen sollte. Das bedeutet, dass Passwörter die z.B. die Telefonnummer, ein Geburtsdatum, die Postleitzahl, bestimmte Kosenamen oder ähnliches enthalten, eben nicht infrage kommen sollten. Auch leicht zu merkende Zahlen- (123456) oder Buchstabenkombinationen (qwertz) sollten gemieden werden. Ganz fatal könnte es auch werden, wenn man für jeden Account bzw. für jede Anmeldung stets das gleiche Passwort verwendet.
Passwörter müssen länger, komplexer und unterschiedlicher werden. Das hat aber zu Folge, dass man sich diese in der Regel nicht mehr merken kann.

Aber was kann man tun, damit man weiterhin ein Überblick über seine Passwörter, Anmeldungen und Daten hat?

keepass-programmoberflaecheFür den PC und das Notebook bzw. für Windows-Systeme kann ich eine Lösung vorstellen, die ich selbst gerne nutze um einen Überblick über meine Daten zu haben und irgendwo auch die Sicherheit, dass genau diese Daten geschützt sind. Das Programm heißt KeePass und wird von Dominik Reichl entwickelt.
Mit KeePass kann man alle seine Passwörter bzw. die kompletten Anmelde- und Login-Informationen ordentlich in einer Datenbank speichern und verwalten. Es gibt auch eine nette Funktion (in der Professional-Edition), mit der es z.B. möglich ist, sich mit einem Klick auf einer Seite (automatisch) anzumelden. So erspart man sich das kopieren und einfügen der Daten. Auch kann man die Software mit diversen Plugin’s so erweitern, dass die Software mit verschiedenen Browsern zusammenarbeitet. So müßte dann, der (meist) integrierte Passwortmanager nicht mehr benutzt werden.

Zum Punkt „Sicherheit“

KeePass speichert die Datenbank an einen gewünschten Ort und verschlüsselt die Datenbank in einer 256Bit-Verschlüsselung. Diese Verschlüsselung ist sehr hoch und wird als sicher angesehen.
Um Zugang zu der Datenbank zu erhalten, kann der Benutzer aussuchen, wie er seine Datenbank schützen möchte. Man kann derzeit zwischen Masterpasswort, Schlüsseldatei oder Windows User Account auswählen oder sogar kombinieren.
keepass AnmeldungBeim Masterpasswort legt man einfach ein Kennwort fest. Das Programm zeigt an, wie hoch bzw. wie gut das Passwort ist. Wichtig ist nur, dass man dieses Passwort irgendwo ausdruckt und sicher verwahrt. Wenn nämlich dieses Passwort verloren geht, kann man sich kein neues erstellen und man würde auch niemals mehr Zugang zu Datenbank erhalten. (An dieser Stelle: „Es ist auch nicht schlecht, wenn man ab und zu die Datenbank kopiert und an einem anderen Ort speichert. Also als Not-Datenbank, sollte die andere mal aus irgendwelchen Gründen beschädigt werden.“)
Bei der Schlüsseldatei erstellt man quasi einen Schlüssel mit einem hoch verschlüsselten Passwort. Diese Datei kann man dann z.B. auf einen Stick speichern oder wie ich gelesen habe auch auf einen Provider hoch laden. Ich persönlich würde die Datei immer irgendwo, vielleicht sogar an mehreren Orten sichern. Wenn diese Datei verloren geht oder mal defekt ist, kommt man auch absolut nicht mehr an die Datenbank. Das Masterpasswort könnte man ja vielleicht nochmal wieder finden, aber bei der Schlüsseldatei wird der geheime Schlüssel eher zufällig generiert und diesen Schlüssel wird man niemals wieder genau so hin bekommen, also auch niemals mehr Zugang zu Datenbank bekommen.
Die letzte Möglichkeit, also den Windows Benutzer Bereich als Zugangsmöglichkeit zu wählen, ist bestimmt mit Vorsicht zu genießen. Die Idee ist ja eigentlich ganz gut, da diese Funktion bedeuten würde, dann wenn man die Datenbank mal klauen würde, dass man ohne meinen Computer niemals an die Daten kommen würde. Das Problem ist nur, wenn der Computer mal plötzlich kaputt geht. Dann kommt man nämlich auch nicht bzw. nie mehr an die Daten ran. Vielleicht wird es mal anders aussehen, da bei Windows ja immer mehr Benutzerdaten ins Internet verlagert werden und man diese Form der Identivizierung sicher auch irgendwann nutzen können wird.
Welche Variante(n) man letztlich wählt, liegt in meinen Augen auch ein bisschen daran, wie und wo man die Software verwenden möchte.

1.x oder 2.x – Welche Version ist die Richtige?

keepass-neuer-eintragKeePass gibt es in über 40 Sprachen und wird in 2 Versionen angeboten. Die Classic Version (1.xx) läuft ohne Net-Framework und die Professional Version (2.xx) benötigt mindestens .NET Framework 2.0. Für moderne Rechner empfehle ich die 2er-Version, da diese auch mehr Funktionen beinhaltet.
In diesem Artikel soll es deshalb auch um die (moderne) 2.xx Version gehen. Desweiteren gibt es KeePass auch in einer portablen Version, z.B. für den USB-Stick. So hat man seine Passwörter immer in der Hosentasche. Auf der Homepage von KeePass findet man zudem weitere Plugins, die mehr aus der Software herausholen können. Zum Beispiel ist es möglich, die Datenbank zu synchronisieren, aber auch KeePass mit verschiedenen Browsern zu koppeln. Die unterschiedlichen Plugins setzen aber etwas Kenntnisse voraus.

Ich persönlich finde, dass man sich mit KeePass eine Menge Arbeit sparen kann. Mit KeePass brauch man keine „Passwort vergessen“-Funktion mehr nutzen. Auch finde ich den im Programm enthaltenen Passwort-Generator total nützlich, da dieser mir schnell und einfach passende und sichere Passwörter erstellen kann. Die gesamte Datenbank lässt sich auch ganz einfach ausdrucken, so dass man seine Passwörter in jedem Fall nochmal in Papierform sichern kann.
Selbst wenn man auf die Annehmlichkeit, dass der Browser ja auch die Passwörter speichern kann, nicht verzichten möchte, ist KeePass als zentrale Datenbank sicher trotzdem interessant. Zumal es ja auch möglich ist, die Browser mit KeePass zu verknüpfen, so dass der Browser die KeePass-Datenbank für die Passwörter nutzt.
keepass-passwort-generatorUnd hier kommt natürlich auch die Idee für das Engagement bzw. für Vereine. Auch als Verein muss man sich ja hier und da anmelden. Ob das jetzt für Dienstleistungen ist oder auf Internetseiten für Bannerwerbung, für eMail und den eigenen Server. Mit KeePass könnt ihr eine zentrale Datei erstellen, die es auch schnell erlaubt, z.B. bei einem Vorstandswechsel, dass man dem neuen Vorstand alle wichtige Informationen zukommen lässt. Wenn man die Datenbank von KeePass gut pflegt, sieht der Vorstand auch gleich, wo nun Änderungen getätigt werden muss, weil bei einigen Accounts noch Namen der alten Vorstandsmitglieder registriert sind. Das kann z.B. bei dem Webhoster sein.

Nachtrag: Im Video hatte ich angesprochen, dass ich Keepass auch mal in der Cloud gespeichert hatte. Vom Entwickler habe ich jetzt erfahren, dass KeePass hier bereits weiter ist, als ich selbst gedacht hatte. Sobald KeePass nämlich feststellt, dass die Datenbank eine andere ist, also nach dem Start verändert wurde, bietet die Software an, die Datenbank zu synchronisieren. Das finde ich sehr gut. Weitere Infos zum nachlesen habe ich mal verlinkt (siehe unten).

Im Video gibt es mehr Infos…

In meinem Video möchte ich Euch KeePass einmal genauer vorstellen. Dabei möchte ich Euch die Installation zeigen, wie man eine Datenbank erstellt und einige Möglichkeiten vorstellen, wie man mit KeePass arbeiten könnte.
Falls Interesse besteht, mehr über KeePass erfahren zu wollen, schreibt mir einfach.


Video auf YouTube schauen

KeePass 2 – Passwörter verwalten leicht gemacht

Zuletzt geändert: 29. Juli 2015 um 1:24 Uhr von Pascal
Autor: Pascal
Pascal
Update: 29. April 20151:24
Artikel-Title: KeePass 2 – Passwörter verwalten leicht gemacht

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4 Kommentare auf "KeePass 2 – Passwörter verwalten leicht gemacht"

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Peter
Gast

Hallo, ich hoffe das ich hier richtig bin.
Ich möchte die Daten,Passwörter ausdrucken.
Wie macht man das?
Exportieren geht nicht, da wird nur die komplette Datenbank exportiert.
LG. Peter

ayna
Gast

Gute Informationen, ziemlich hilfreich. Danke.

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Pascal

Pascal

Pascal Doden ist Gründer des Projekts bzw. der Internetseite / des (V-)Blogs senfdazu.net.
Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Allerlei Themen wie Computer, Internet (u.A. darunter Themen wie Medien, Recht, Open Source, Web-Anwendungen, Homepage, Sozial Marketing), Engagement, Ehrenamt (Vereinsmanagement) und einiges mehr.
Eine weitere Leidenschaft ist das kochen. Für ihn ist es wichtig, mit möglichst frischen Zutaten und wenig Aufwand, möglichst viel zu erreichen. Dabei setzt er jedoch nicht immer unbedingt auf die Ästhetik der Gerichte.

Sein Anspruch - Gutes muss nicht immer komplex, perfekt und teuer sein. Manchmal ist zu viel, zu viel und manchmal auch zu wenig, zu wenig. Es kommt halt immer individuell drauf an.

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