Warum engagieren? Teil 2 von 2
Gründe, die für das Engagement sprechen!

In meinem ersten Artikel zum Thema „Engagement“, hatte ich erst einmal den Begriff „Engagement“ definiert. In diesen Artikel(n) möchte ich mich einfach mal mit den Pro’s und Kontra’s auseinander setzen. Warum sollte ich mich eigentlich engagieren? Was habe ich davon und was gibt es mir? Und, gibt es womöglich Gründe die gegen ein Engagement sprechen? Oder sagen wir, welche Gründe hört man eigentlich manchmal, wenn sich Andere nicht engagieren möchten oder können?

Dies ist übrigens der letzte Artikel der zweiteiligen Reihe. Den Ersten „Engagement – Warum engagieren? – Gründe sich NICHT zu engagieren“ findet Ihr hier.

Bei den Pro’s und Kontra’s handelt es sich jeweils um Argumente und Meinungen, die ich immer mal wieder höre oder auch im Internet beim Surfen hin und wieder mal lese. Interessant ist, wie komplex teilweise die Gründe sind, bei denen es darum geht, sich nicht zu engagieren und wie elementar und wie einfach die Gründe sind, die genannt werden, wenn man Gründe dafür sucht. Wahrscheinlich liegt es daran, dass engagierte Menschen meistens aus Erfahrungen sprechen können und Menschen, die eben Gründe nennen, sich nicht zu engagieren, eben nicht. Natürlich werden Nicht-Engagierte sich nicht engagieren, aber das lebt man ja nicht und somit kann man eben nicht, wie Engagierte, über diese Erfahrungen berichten. Wenn ein Engagierter sagt: „Du ich fühle mich so gut dabei, wenn ich andere irgendwie unterstützen kann“, dann kann man das nachvollziehen und es ist verständlich. Wenn ein Nicht-Engagierter sagt: „Du ich mach das nicht, weil ich nicht möchte, dass wegen mir Arbeitsplätze gestrichen werden“ oder „…,weil ich dafür einfach keine Zeit habe“, dann spricht er darüber womöglich nicht aus Erfahrungen. Und bei einer solchen Argumentation kommen natürlich auch direkt ein paar Fragen auf.

Aber fangen wir an:

10 Gründe sich zu engagieren.

1
Soziale Bindungen / Netzwerken
Ein sehr guter Grund sich zu engagieren ist die Bereicherung von sozialen Bindungen und die möglichen Netzwerke die aus einem Engagement entstehen können.
Wenn man eins deutlich sieht, dann dass immer mehr Menschen immer häufiger allein sind. Und auch hört man immer mehr, dass immer mehr Menschen vereinsamen könnten. Das möchte jedoch keiner und so sind wir Menschen auch nicht gestrickt. Wenn man sich engagiert, dann macht man das in der Regel nicht alleine. Man lernt neue Menschen kennen. In einer Gemeinschaft engagiert man sich gemeinsam für ein Ziel und das verbindet. Man hat eine gemeinsame Aufgabe und man hat ein gemeinsames Thema. Von daher ist es nur richtig, wenn dies ein wichtiger Grund ist, sich zu engagieren. Man braucht einfach soziale bzw. echte Kontakte. Natürlich kann man diese auch zusätzlich im Internet pflegen, aber reale Kontakte und ein Miteinander sind unersetzbar.
2
Helfen / Etwas Gutes tun
Wer sich engagiert, der will doch damit in erster Linie etwas erreichen, etwas Gutes tun und helfen. Das macht man, weil man selbst der Überzeugung ist, dass das was man tut, förderungswürdig ist, sonst würde man sich ja nicht engagieren. Nur wenn man selbst überzeugt ist, wird man hinter einem oder seinem Engagement stehen. Von daher ist der Grund, man engagiert sich, weil man helfen und etwas Gutes tun möchte, absolut nachvollziehbar.
3
Etwas sinnvolles bewirken / mitgestalten
Auch ist es ein Grund, wenn man sagt, dass man mitgestalten möchte. Vielleicht ja sogar im eigenen Ort mitgestalten möchte. Wenn man sich aktiv engagiert, wird man automatisch zum Gestalter. Im Engagement kommt es ja fast immer auf jede helfende Hand an und jede noch so kleine Aufgabe oder jede kleinste Fähigkeit ist ein wichtiges Zahnrädlein und ein großer Nutzen für eine erfolgreiche Sache. Wenn man mit seinen kreativen Ideen und Fähigkeiten dazu noch etwas Sinnvolles bewirken kann, dann fühlt man sich gut und das Gefühl kann sehr erfüllend sein.
4
Kreativität und Motivation steigern
Wenn man sich ernsthaft bzw. aktiv engagiert, dann stimmt es auch, dass man sagt, dass beim Engagement die Kreativität und die Motivation gestärkt und erweitert werden. Denn schließlich leben engagierte Projekte von kreativen Ideen und das geht nur, wenn jeder einzelne motiviert ist, ein Projekt zum Erfolg zu führen. Es ist daher verständlich, wenn man den Grund hört, dass Engagement die Kreativität und Motivation steigert.
5
Weiterbildung & Steigerung der eigenen Kompetenzen (Lebenskompetenzen)
Engagement sehen viele als Bereicherung bzw. Weiterbildung für die eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen. Kein Wunder, wer sich aktiv engagiert fördert tatsächlich auch aktiv die eigenen Lebenskompetenzen, worunter unter anderem Einfühlungsvermögen, Kommunikation, Kontaktfähigkeit, kritisches Denken, Teamfähigkeit oder auch Konfliktfähigkeit zählen. Das man also seine persönlichen Kompetenzen und Fähigkeiten durchaus stärkt, kann man durchaus so stehen lassen.

Gründe sich zu engagieren

Das Titelbild Pro ist freundlicher gehalten. Eine helfende Hand symbolisiert Unterstützung.

Gründe sich nicht zu engagieren

Das Kontra – extra etwas dunkler gehalten und mit einer eher abweisenden Haltung.


6
Sich neu entdecken / sich entwickeln
Auch diesen Grund kann man durchaus so stehen lassen. Wenn man sich aktiv und richtig engagiert, dann ist Engagement sehr bereichernd. Und wenn es läuft, dann kann man sich auch durchaus neu entdecken und sich positiver entwickeln. Ich kenne viele Bekannte, die aufgrund ihrer Aktivitäten im Bereich Engagement eine absolut positive Ausstrahlung haben. Dieser Punkt hat aber auch mit dem persönlichen Eigenschaften und Willen zu tun. Ich denke aber, dass es durchaus ein nennenswerter Grund ist.
7
Stärkung der Attraktivität (auch bei Unternehmen)
Engagement ist gut und wichtig. Wer sich aktiv engagiert hat also durchaus einen gesellschaftlichen Vorteil. Gerade junge Menschen erkennt man ein aktives Engagement besonders an. Einige große und moderne Unternehmen setzen sogar ein aktives Engagement voraus. Zudem macht es einen durchaus besseren Eindruck, wenn man sich während einer Arbeitslosigkeitsphase aktiv engagiert. Menschen die sich gerne und aktiv engagieren kommen auch durchaus besser an, vorausgesetzt ist, dass man ihnen ansieht, dass sie es auch wirklich gerne machen. In der Regel lebt man ja seine Freude und dieses Selbstbild ist immer sympathisch.
8
Wertschätzung
Engagierte bekommen eine besondere Wertschätzung. Leider noch nicht in dem Maße wie es eigentlich sein sollte, aber Engagierte bekommen mittlerweile einen immer höheren Stellenwert. Und auch in Organisationen bekommen Engagierte eine neue Bedeutung. Es gibt immer mehr, die Engagierte auf eine besondere Art wertschätzen möchten. Die Engagierten dagegen, sind in der Regel eher bescheidener und finden ihr Engagement richtig und selbstverständlich. Ich bin aber auch der Meinung, dass man aktive Engagierte durchaus auch mal feiern kann und ehrliche Dankbarkeit und Anerkennung kann auch ein super Motivator sein.
9
Anderen ein Vorbild sein / Verantwortung
Einen Grund habe ich noch vor kurzem gehört. Ich möchte jungen Leuten ein Vorbild sein. Stimmt, auch dieser Grund kann durchaus passen. Wenn wir von den jungen Menschen mehr Engagement erwarten, dann sollte man auch mit gutem Beispiel voran gehen. Was nützt es auch, wenn man selbst vom Arbeitssessel auf die Couch wandert und predigt, dass sich junge Leute doch bitte mal endlich mehr engagieren sollen. 🙂 Wenn mir ein braungebrannter THW’ler (vom Typ so Indiana Jones und ein bisschen Coca Cola Light), der an einem Vulkan steht, weil er gerade ein ganzes Dorf gerettet hat und jetzt zufrieden in die Kamera blickt und sagt: „Jungs und Mädels. Engagiert Euch. Es bringt was.“, dann hätte das schon mehr Effekt. Also, finde ich es gut, wenn Engagierte den Grund, warum engagieren eine gute Sache ist, auch als Grund erwähnen.
In meinem Video habe ich ja von einem netten Video gesprochen, was mir zum Thema „ein Vorbild sein“ eingefallen ist. Das Video heißt „Children See Children Do“ – https://youtu.be/jOrGsB4qG_w – Ich fand es durchaus passend.
10
Einen Ausgleich schaffen
Viele glauben ja, dass nach der vielen Arbeit und den ganzen Verpflichtungen kein Platz mehr für Engagement oder einen anderen Ausgleich ist. Man ist froh wenn man abends, nach Arbeit, Familie und Co. erschöpft auf die Couch sinken kann, ein paar Stunden mit bunten Bildern belichtet wird und anschließend dann ins Bett geht, um sich dann schon wieder auf den kommenden Arbeitstag vorbereiten kann.
Wer es aber schafft, genau diesen trägen Punkt, auf gut deutsch seinen Schweinehund, zu überwinden, der kann sich echt einen effektiven Ausgleich schaffen, der einem sogar leistungsbereiter machen kann. Denn wenn man sich erst einmal ernsthaft entschließt, sich aktiv zu engagieren, also aktiv in Form von „Ich bin nicht nur dabei“, sondern „Ich mach aktiv mit“, der fordert sich. Und wer sich fordert, der fördert sich und wird in vielen Dingen einfach besser und widerstandsfähiger. Das Engagierte sagen, dass sie sich mit ihrem Engagement auch gleichzeitig einen Ausgleich schaffen, kann ich also durchaus nachvollziehen. Zumal es ja auch schon Ausgleich sein kann, überhaupt mal von zuhause raus zu kommen. Voraussetzung wird aber sein, dass man sein Engagement auch gerne macht bzw. gerne aktiv ist.

Und?

Wenn das mal keine guten Gründe sind, sich zu engagieren. Ich denke, wenn man sich als Engagierter diese Punkte durchliest, wird man sich garantiert in vielen Punkten wiederfinden. Ich kann eigentlich jetzt gerade nur von mir sprechen, aber ich finde alle Gründe im Engagement wieder.
Ich finde die Bekanntschaften und die Netzwerke die man aufbaut, absolut bereichernd. Aufgrund der Definition von Engagement, passen sowieso viele Gründe bereits zu der Bedeutung. Deswegen stimmt es einfach, dass wenn man sich wirklich ernsthaft und aktiv engagiert, Engagement tatsächlich bereichernd ist. Und es stimmt, dass man sich und seine Fähigkeiten stetig steigern und erweitern kann, dass man eine gewisse Wertschätzung erfährt, die einem im Prinzip nicht mal wichtig ist, auch wenn es einem ab und zu durchaus gut tut, in seinem Weg bestätigt zu werden. Ich finde es gut, dass Engagierte Vorbild sind, dass sie andere mit ihrem Engagement motivieren oder anstecken wollen. Ich finde es super, wenn es Menschen die sich Engagieren auffällt, dass ihre Aktivität durchaus ein Ausgleich ist und dass kann ich auch bestätigen. Gutes Engagement bereichert. Das funktioniert natürlich nicht, wenn es z.B. im Verein sowieso nur Mord und Totschlag gibt, alle schlechte Laune haben und alles doof ist. Ich meine dabei natürlich nicht, die kleinen Konflikte die ja durchaus mal unter Gruppen auftreten und auch durchaus mal sein dürfen oder sogar auch mal sollten. Solange es respektvoll und konstruktiv ist, ist auch alles gut. Ich spreche von den internen Problemen die länger stattfinden, bei denen aber trotzdem keine Sicht der Besserung herrscht.


Video auf YouTube schauen

Was mich jetzt mal interessieren würde.

Was wäre für Euch ein Grund, dass Ihr sagt: „Jetzt engagiere ich mich!“?
Für die, die es bereits machen, natürlich auch an Euch die Frage: „Was ist für Euch der Grund, dass Ihr Euch engagiert?“ und „Lebt Ihr das auch so oder könnt Ihr das so leben/erleben?“

Engagement – Warum engagieren? – Gründe sich zu engagieren

Zuletzt geändert: 29. Juli 2015 um 1:23 Uhr von Pascal
Autor: Pascal
Pascal
Update: 13. Mai 20151:23
Artikel-Title: Engagement – Warum engagieren? – Gründe sich zu engagieren

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Pascal Doden ist Gründer des Projekts bzw. der Internetseite / des (V-)Blogs senfdazu.net.
Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Allerlei Themen wie Computer, Internet (u.A. darunter Themen wie Medien, Recht, Open Source, Web-Anwendungen, Homepage, Sozial Marketing), Engagement, Ehrenamt (Vereinsmanagement) und einiges mehr.
Eine weitere Leidenschaft ist das kochen. Für ihn ist es wichtig, mit möglichst frischen Zutaten und wenig Aufwand, möglichst viel zu erreichen. Dabei setzt er jedoch nicht immer unbedingt auf die Ästhetik der Gerichte.

Sein Anspruch - Gutes muss nicht immer komplex, perfekt und teuer sein. Manchmal ist zu viel, zu viel und manchmal auch zu wenig, zu wenig. Es kommt halt immer individuell drauf an.

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