Die liebe Ansprache… Man mag es kaum glauben, aber ich stand jetzt einige Wochen auf dem Schlauch. Ich hätte nicht gedacht, dass mich mal soetwas so beschäftigt, dass ich mir sogar mehrere anderen Artikel zu diesem Thema durchlesen muße und sogar im Internet eine Umfrage gestartet habe, um irgendwie Impulse und Ideen zu finden. Und? Wie spreche ich Euch am besten an…
Ich bin vor Fremden eher ein Sie’zer. Ich warte gerne bis mir eine Respektsperson das „Du“ anbietet. Jedoch macht sich gerade durch diverse Seminare ein Wandel bemerkbar. Auf Seminaren ist man nämlich ganz schnell beim „Du“. Auch im Internet verbreitet sich immer mehr das „Du“. Einige Blogs verwenden gerne auch das „Ihr“, einige wenige gehen auch ins „man“.

Aber was mach ich?

sieDas „Du“ ist sehr persönlich, was ich eigentlich mag, schließlich wünscht man sich ja auch eine Bindung mit seinen Lesern und Sehern. Aber das „Du“ ist auch manchmal komisch. Per „Du“ ist man mit einem guten Bekannten oder Freund. Aber kennen wir uns? Könnte man sich nicht überrumpelt fühlen. Wobei, bei Sehern, auf YouTube hört man ja eher „Ihr“.
Sie“ hat ja immer etwas mit Respekt zu tun. Zumindest gab es immer die Regel, dass man Ältere Menschen zu Sie’zen hat. Und das fand ich eigentlich auch ziemlich cool. Es war immer ein gutes Gefühl, wenn mir eine Respektsperson das „Du“ angeboten hatte. Mittlerweile sind die Älteren aber auch sehr locker und gehen selbst lieber direkt in „Du“.
Auf einer Internetseite gibt es ja stets unterschiedliche Besucher, deswegen kann man eben nicht jeden einzelnen individuell Sie’zen und irgendwann dann auch mal Du’zen.

Insgesamt sieht es aber im Internet tatsächlich so aus, als wenn immer mehr Seiten und Unternehmen selbstverständlich ins Du wechseln. Eben wegen der Bindung. Ich habe vor kurzen eine Mail an google geschickt und erhielt auch direkt Antwort:
Lieber Pascal,
vielen Dank für deine E-Mail. Mein Name ist <Name> und ich werde deine Ansprechpartnerin sein.

duDas „Du“ war selbstverständlich und ich fand ich auch gar nicht störend. Tatsächlich hatte ich eher das Gefühl, als wenn mir mehr geholfen wird. Wir waren ja per „Du“. Hätte Sie mich gesiezt, wäre der Abstand größer. Klingt komisch, ist aber so. 😉
Als ich vor einiger Zeit mit betterplace telefonierte, fand ich das selbstverständliche „Du“ erst einmal komisch. Ich weiß nicht, aber ich wollte eben mit meiner Etikette trumpfen und zeigen wie höflich ich bin. 🙂 Höflich bin ich ja immer. Aber wenn man eben mit Personen telefoniert, die denen man viel Respekt zollt, dann möchte man ja im guten Licht stehen. Und Sie gehört eben, laut Knigge zum guten Ton. Durch das „Du“ hatten wir aber ein ganz anderes Gespräch. Es war im Nachhinein schöner. Mit „Sie“ hätte man eine größere Distanz gehabt, und das Gespräch wäre förmlicher und disziplinierter. Das sehe ich auf Seminaren, wo man das Sie beibehält. Also, wo nicht alle Teilnehmer möchten, dass man „Du“ sagt. Es ist tatsächlich förmlicher und man versucht stets bedacht zu sprechen.

ihrUnd was ist mit „Ihr“?
Wenn ich „Ihr“ schreibe, so spreche ich gleich alle an. Ihr ist Allgemein und verletzt niemanden. Irgendwie ist ja jeder mit Ihr gemeint. Aber „Ihr“ ist eben auch ein bisschen Allgemein, oder?
Und mit „Ihr“ spreche ich auch niemanden direkt an. „Dann nehmt Ihr die Maus und klickt auf das X oben rechts…“, und er macht das jetzt? Einer von Ihr? Oder teilt Ihr Euch die Aufgaben? 🙂
Nein, Spass. „Ihr“ ist eben Allgemein. In Erklärvideos macht „Ihr“ wahrscheinlich auch Sinn. Man möchte ja auch allgemein alle ansprechen. Zudem ist YouTube auch eine große Community und da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass tatsächlich gleichzeitig mehrere dein Video anschauen. Jetzt könnte man aber sagen, dass wenn ich auf meiner Seite „Du“ verwende, dann werde ich nicht zu einer großen Community, da ich sonst eher auf „Ihr“ tendieren würde. Aber meine Internetseite ist ja nur ein kleiner Punkt im Internet. Da geht man selbst hin. Ihr kommt mich quasi virtuell besuchen. Also, ist es schon persönlicher als eine große Community. Auf YouTube z.B. kann man meine Videos auch sehen und erreichen, wenn man so durch YouTube surft. Meine Artikel findet man nur, wenn man mal nach mir gegooglet hat oder nach mir oder meinen Inhalten sucht.

Ach… Warum kann man nicht einfach ein Marketing-Mix machen? Ich mein, überall macht sich ein Marketing-Mix bezahlt, warum dann nicht mit „Du“, „Sie“ und „Ihr“ spielen? Ich glaube aber, dass man sich festlegen sollte, oder? Anderseits wäre doch eine gewisse Flexibilität gar nicht so verkehrt. Vielleicht nicht mit dem Switch „Du“ – „Sie“, aber mit „Du“ – „Ihr“. Ich mein, bei Sätzen macht man ja auch gerne mal ein Ausrufezeichen um den Satz ein bisschen mehr Ausdruck zu verleihen. Das macht doch manchmal bei der Ansprache auch mal Sinn, oder? Und mit „Du“ fühlt man sich doch bestimmt viel mehr angesprochen als mit „Ihr“.

Wäre ein Mix in Ordnung?
Ich werde jetzt einfach mal nach Gefühl schreiben. Ich finde es gut, wenn Leser wissen, wann alle gemeint sind und wann ich Sie persönlich auffordere. 🙂 Und Unternehmen werde ich natürlich auch respektvoll mit Sie ansprechen.
Ich glaube das könnte ein guter Konsens werden.
Mich würde aber ganz besonders Eure Meinung zu diesem Thema interessieren.

Ansprache – Hallo Sie… Du… oder Ihr???

Zuletzt geändert: 21. April 2015 um 10:07 Uhr von Pascal
Autor: Pascal
Pascal
Update: 4. Januar 201510:07
Artikel-Title: Ansprache – Hallo Sie… Du… oder Ihr???

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Pascal Doden ist Gründer des Projekts bzw. der Internetseite / des (V-)Blogs senfdazu.net.
Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Allerlei Themen wie Computer, Internet (u.A. darunter Themen wie Medien, Recht, Open Source, Web-Anwendungen, Homepage, Sozial Marketing), Engagement, Ehrenamt (Vereinsmanagement) und einiges mehr.
Eine weitere Leidenschaft ist das kochen. Für ihn ist es wichtig, mit möglichst frischen Zutaten und wenig Aufwand, möglichst viel zu erreichen. Dabei setzt er jedoch nicht immer unbedingt auf die Ästhetik der Gerichte.

Sein Anspruch - Gutes muss nicht immer komplex, perfekt und teuer sein. Manchmal ist zu viel, zu viel und manchmal auch zu wenig, zu wenig. Es kommt halt immer individuell drauf an.

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